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Restitutionsgruppe der AISCGre



Das Photo zeigt die Arbeitsgruppe "Melodierestitution" bei ihrer Sitzung Anfang Februar 2005 in Moosburg. Um den Tisch sind versammelt (von links im Uhrzeigersinn): Prof. Dr. Johannes Berchmans Göschl, Sr. Liobgid Koch OSB, Dr. Bernhard Huber, Franco Ackermans, Heinrich Rumphorst, Inga Behrendt, Prof. Josef Kohlhäufl. Nicht auf dem Bild sind der Photograph dieser Aufnahme, Stephan Zippe, dessen Stuhl auf der rechten Seite daher verwaist ist, und Alexander Schweitzer. Alle Genannten sind Mitglieder der deutschsprachigen Sektion der AISCGre.

Die gemeinsame Arbeit begann im Januar 1977 in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach auf Initiative von Godehard Joppich zusammen mit Luigi Agustoni, Rupert Fischer, Johannes Berchmans Göschl, Liobgid Koch und Heinrich Rumphorst als ständigen Mitgliedern der Gruppe. An allen Arbeitstreffen nahm auch Dom Eugène Cardine bis zu dem Beginn seiner Krankheit 1984 regelmäßig teil.

Grund für die Arbeit an der Melodierestitution waren die offensichtlichen Diskrepanzen zwischen den Melodien der Editio Vaticana (1908) und den adiastematischen Neumengraphien der St. Galler Handschriften bzw. der Metzer Handschrift Laon 239, wie sie im Graduel neumé (1966) und dem damals noch in Vorbereitung befindlichen Graduale Triplex (1979) zutage traten. Die Interpretation der gregorianischen Gesänge auf der Grundlage der Semiologie erfordert auch einen möglichst in jedem Fall korrekten Melodieverlauf. Und diese Möglichkeiten sollten auf Grund der alten Handschriften neu erforscht und ausgewertet werden. Auch die Musikwissenschaft ist für ihre Untersuchungen auf die Richtigkeit der Melodien angewiesen, um Fehlurteile zu vermeiden.

Nach dem Erscheinen der gesamten Editio Vaticana der "Gesangbücher" von 1905 bis 1912 hatte es zwar immer wieder Melodierestitutionen gegeben (Näheres dazu s. Beiträge zur Gregorianik 21, Regensburg 1996, S. 7), aber besonders das Graduale Romanum bedurfte dringend einer systematischen neuen Durchsicht. Zusätzlich zu dieser sachlich gebotenen Notwendigkeit verstehen sich die "Vorschläge zur Restitution von Melodien des Graduale Romanum", die seit 1996 in regelmäßiger Folge in den BzG erscheinen, als ein Beitrag zur konkreten Umsetzung der Weisung des II. Vatikanischen Konzils, das in seiner Konstitution "Über die heilige Liturgie" vom 4.Dezember 1963 im Artikel 117 u.a. fordert, daß eine kritischere Ausgabe (editio magis critica) der bisherigen Bücher erstellt wird.

Hier finden Sie eine Übersicht (PDF-Datei) über die bisherigen Arbeitsergebnisse der Gruppe.


Heinrich Rumphorst,
Oktober 2005